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Google-Ads-Agentur: Was dich in den ersten 90 Tagen erwartet

Was passiert wirklich, wenn du eine Google-Ads-Agentur engagierst? Ein realistischer Fahrplan zu Audit, Setup, Optimierung, Kosten und den Ergebnissen.

Google-Ads-Agentur: Was dich in den ersten 90 Tagen erwartet

Eine Google-Ads-Agentur zu engagieren ist eine wichtige Entscheidung. Du gibst Budget aus der Hand, gewährst Zugriff auf deine Werbekonten und vertraust darauf, dass jemand anderes deine Marke in der bezahlten Suche vertritt. Wer weiß, was ihn erwartet, entscheidet zwischen einer produktiven Partnerschaft und Monaten voller Frust.

Dieser Leitfaden zeigt dir den typischen Ablauf, die Lieferobjekte und die Meilensteine der ersten 90 Tage mit einer Google-Ads-Agentur, damit du beurteilen kannst, ob deine Agentur im Plan liegt oder hinterherhinkt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die ersten 30 Tage drehen sich um die Bestandsaufnahme, nicht um Ergebnisse: Erwarte ein Audit, eine Tracking-Prüfung und eine Strategie, bevor irgendeine Optimierung beginnt.
  • Spürbare Verbesserungen zeigen sich meist in Woche 6 bis 12: Frühere "Ergebnisse" sind oft Rauschen oder schnell gepflückte tief hängende Früchte.
  • Der Kommunikationsrhythmus zählt mehr als die Frequenz: wöchentliche Updates im Onboarding, alle zwei Wochen im stabilen Betrieb, mit klarem KPI-Reporting.
  • Warnzeichen sind Agenturen, die sofortige Ergebnisse versprechen: oder die Audit-Phase komplett überspringen und direkt mehr Budget verbrennen wollen.

Vor der Beauftragung: Was gute Agenturen fragen

Der Auswahlprozess verrät dir viel. Starke Agenturen stellen detaillierte Fragen, bevor sie einen Leistungsumfang vorschlagen:

  • Was sind deine Geschäftsziele (nicht nur deine Anzeigenziele)?
  • Wie hoch sind dein aktuelles Monatsbudget und dein Ziel-CPA oder ROAS?
  • Hast du ein Conversion-Tracking eingerichtet und ist es geprüft?
  • Wie lang ist dein Verkaufszyklus?
  • Hast du schon mit einer Agentur zusammengearbeitet? Was lief schief?
  • Wie sieht das Erlebnis auf deinen Landingpages aus?

Agenturen, die diese Fragen überspringen und direkt mit “Wir können dein Konto verbessern” loslegen, verstehen die Grundlagen der Kontobetreuung nicht.

Profi-Tipp: Bitte vor der Unterschrift um ein Beispiel-Audit oder eine Analyse deines Kontos. Gute Agenturen benennen konkrete Probleme und Chancen, nicht nur generische Empfehlungen aus dem Optimierungsfaktor von Google.

Phase 1: Tag 1 bis 30 – Bestandsaufnahme und Audit

Woche 1: Onboarding

Die erste Woche ist administrativ, aber wichtig:

  • Kontozugriff: Die Agentur erhält Lesezugriff (oder Verwaltungszugriff) auf deine Konten in Google Ads, Google Analytics und im Tag-Management.
  • Business-Briefing: ein ausführliches Gespräch über deine Produkte, Dienstleistungen, Margen, Zielkunden und den Wettbewerb.
  • Auswertung historischer Daten: Die Agentur zieht Leistungsdaten der letzten 6 bis 12 Monate, um Trends und Ausgangswerte zu verstehen.
  • Tracking-Prüfung: Bestätigung, dass Conversions korrekt auslösen und richtig zugeordnet werden.

Woche 2 bis 3: Vollständiges Konto-Audit

Ein gründliches Audit deckt jede Dimension des Kontos ab. Die Agentur sollte bewerten:

Audit-BereichWas geprüft wird
KontostrukturKampagnenaufbau, Logik der Anzeigengruppen, Namenskonventionen
Keyword-GesundheitMatch Types, Relevanz der Suchbegriffe, Abdeckung mit auszuschließenden Keywords
AnzeigenqualitätRSA-Setup, Vielfalt der Anzeigentitel, Anzeigenrelevanz zu den Keywords
GebotsstrategieAbstimmung zwischen Gebotsstrategie und Geschäftszielen
Conversion-TrackingGenauigkeit, Deduplizierung, Attributionsmodell
LandingpagesBotschaftsabgleich, Ladezeit, Conversion-Rate
WettbewerbAuktionsdaten, Anteil möglicher Impressionen, Positionierung
BudgeteffizienzVerteilung der Ausgaben, Identifikation von vergeudetem Budget

Was ein ordentliches Audit abdeckt, zeigt dir unsere Google-Ads-Audit-Checkliste.

Woche 4: Strategie und Fahrplan

Auf Basis der Audit-Ergebnisse präsentiert die Agentur:

  • Ist-Bewertung: wo das Konto steht, welche großen Probleme erkannt wurden.
  • Priorisierter Maßnahmenplan: was zuerst behoben wird (meist Tracking und strukturelle Probleme).
  • 90-Tage-Fahrplan: Monat-für-Monat-Ziele mit konkreten KPI-Vorgaben.
  • Budgetempfehlungen: ob das aktuelle Budget zu den Zielen passt.

Das ist das wichtigste Lieferobjekt von Monat 1. Wenn die Agentur keine klare, datenbasierte Strategie formulieren kann, ist das ein Problem.

Phase 2: Tag 31 bis 60 – Umsetzung und schnelle Erfolge

Tracking-Korrekturen (falls nötig)

Wenn das Audit Tracking-Probleme aufdeckt, werden diese zuerst behoben. Alles andere hängt von genauen Daten ab. Typische Korrekturen:

  • Enhanced Conversions implementieren
  • Korrekte Conversion-Werte für Lead-Generierung einrichten
  • Doppelte Conversion-Zählung beheben
  • Consent Mode v2 für die DSGVO-Konformität im DACH-Raum einrichten
  • Eine saubere Tracking-Infrastruktur aufbauen

Strukturelle Änderungen

Auf Basis der Audit-Ergebnisse strukturiert die Agentur das Konto um:

  • Brand- und Non-Brand-Kampagnen trennen
  • Anzeigengruppen rund um klare Themen neu ordnen
  • Korrekte Listen mit auszuschließenden Keywords einrichten
  • Kampagneneinstellungen anpassen (Standorte, Zeitpläne, Netzwerke)

Schnelle Optimierungen

Manche Verbesserungen zeigen schnell Wirkung:

  • Keywords pausieren, die viel Budget verbrauchen, aber null Conversions bringen
  • Offensichtliche auszuschließende Keywords aus dem Suchbegriffsbericht ergänzen
  • Anzeigentexte korrigieren, die nicht zur Botschaft der Landingpage passen
  • Gebote bei klar über- oder unterbepreisten Keywords anpassen
  • Ungenutzte Anzeigenerweiterungen aktivieren
Profi-Tipp: Schnelle Erfolge in Monat 2 entstehen oft durch das Streichen von Verschwendung, nicht durch höhere Ausgaben. Eine Reduktion von 500 € pro Monat an vergeudetem Budget entspricht 500 € neuem Budget, nur schneller und mit weniger Risiko.

Welche Ergebnisse du in Monat 2 erwarten kannst

Bleib realistisch. Die Ergebnisse von Monat 2 drehen sich meist um Effizienzgewinne, nicht um dramatisches Wachstum:

  • Weniger vergeudetes Budget (bessere Abdeckung mit auszuschließenden Keywords)
  • Bessere Anzeigenrelevanz (höhere Quality Scores beginnen zu wirken)
  • Sauberere Daten (genaues Tracking bedeutet bessere Entscheidungen)
  • Moderate CPA-Verbesserung (5 bis 15 %, wenn es offensichtliche Verschwendung gab)

Phase 3: Tag 61 bis 90 – Optimierung und Skalierung

Fortgeschrittene Optimierung

Mit gelegtem Fundament beginnt in Monat 3 die strategische Optimierung:

  • Gebotsstrategie testen: Wechsel zu automatisierten Gebotsstrategien, wo die Datenlage es trägt.
  • Anzeigentexte testen: systematische RSA-Experimente mit kontrollierten Variablen.
  • Zielgruppen schichten: Beobachtungszielgruppen ergänzen und Gebote nach Leistung anpassen.
  • Landingpage-Empfehlungen: datenbasierte Vorschläge für Seitenverbesserungen.

Skalierungsentscheidungen

Wenn die ersten Ergebnisse positiv ausfallen, sollte die Agentur Skalierungsstrategien empfehlen:

  • Budget bei leistungsstarken Kampagnen erhöhen
  • Neue Kampagnentypen testen (Performance Max, YouTube, Display-Remarketing)
  • Keyword-Abdeckung in bewährten Kategorien ausbauen
  • Geografische Ausweitung, sofern sinnvoll

Performance-Reporting

Bis Monat 3 solltest du einen klaren Reporting-Rhythmus haben:

  • Wöchentlich: Budgetverlauf, Schlüsselkennzahlen auf einen Blick, eventuelle Auffälligkeiten.
  • Monatlich: vollständiger Leistungsrückblick gegen die KPIs, mit Kontext und nächsten Schritten.
  • Quartalsweise: strategischer Rückblick mit Analyse der Geschäftswirkung.

Was gute Agenturen liefern und was schlechte tun

Verhalten guter AgenturenWarnzeichen
Gründliches Audit vor jeder Änderung”Optimiert” schon am ersten Tag
Setzt realistische Zeit-ErwartungenVerspricht Ergebnisse in Woche eins
Erklärt Änderungen und BegründungMacht Änderungen ohne Kommunikation
Fokussiert auf Geschäftsergebnisse (CPA, ROAS)Berichtet über Eitelkeitskennzahlen (Impressionen, Klicks)
Gibt Zugriff auf alle Konten und DatenBehält Konten im eigenen Besitz
Hinterfragt deine Annahmen, wenn Daten es belegenStimmt allem zu, was du sagst
Empfiehlt Budgetkürzungen, wenn angebrachtSchlägt immer höhere Ausgaben vor
Transparent darüber, was läuft und was nichtVersteckt schwache Leistung hinter herausgepickten Kennzahlen

Agenturkosten: Was üblich ist

Die Preise von Google-Ads-Agenturen variieren, aber das sind gängige Modelle im DACH-Markt:

Gängige Preismodelle

  • Prozent vom Werbebudget: 10 bis 20 % des monatlichen Budgets (am häufigsten)
  • Feste Monatspauschale: 1.000 € bis 5.000 € pro Monat, je nach Kontokomplexität
  • Hybrid: Grundpauschale plus Erfolgsbonus für übertroffene Ziele
  • Setup-Gebühr: einmalig 500 € bis 2.000 € für Onboarding und Audit

Was bei verschiedenen Budgethöhen angemessen ist

Monatliches WerbebudgetTypisches AgenturhonorarWas du dafür bekommen solltest
2.000 € bis 5.000 €500 € bis 1.000 €/MonatBasisbetreuung, monatliches Reporting
5.000 € bis 15.000 €1.000 € bis 2.500 €/Monataktive Optimierung, Reporting alle zwei Wochen
15.000 € bis 50.000 €2.500 € bis 5.000 €/Monatstrategische Betreuung, wöchentliches Reporting, A/B-Tests
50.000 €+5.000 €+/Monat oder % vom Budgetdediziertes Team, individuelles Reporting, Multi-Channel-Strategie

Versteckte Kosten, auf die du achten solltest

  • Tool-Gebühren, die an Kunden weitergegeben werden (sollten enthalten oder vorab offengelegt sein)
  • Zusatzkosten für Landingpage-Arbeit
  • Separate Rechnungen für Reporting oder Dashboard-Einrichtung
  • Gebühren für die Umstrukturierung des Kontos (sollten Teil des Onboardings sein)

Fragen, die du in jeder Phase stellen solltest

Ende Monat 1

  • Was hat das Audit als die drei größten Probleme aufgedeckt?
  • Wie sieht der 90-Tage-Plan aus und wie messen wir den Fortschritt?
  • Gibt es Tracking-Probleme, die vor der Optimierung behoben werden müssen?

Ende Monat 2

  • Welche Änderungen wurden vorgenommen und welche Wirkung seht ihr?
  • Wie viel vergeudetes Budget wurde identifiziert und beseitigt?
  • Liegen wir im Plan des 90-Tage-Fahrplans?

Ende Monat 3

  • Wie ist die Leistung im Vergleich zum Ausgangswert vor der Agentur?
  • Welche Strategie empfehlt ihr für das nächste Quartal?
  • Sind wir bereit zu skalieren oder müssen wir weiter optimieren?

Wann du einen Agenturwechsel erwägen solltest

Manche Situationen rechtfertigen einen Wechsel:

  • Kein Audit, keine Strategie: Die Agentur ist ohne Verständnis des Kontos ins Optimieren gesprungen.
  • Keine Kommunikation: Du hast seit Wochen nichts von ihnen gehört.
  • Kontobesitz: Sie besitzen die Konten und du kommst nicht heran.
  • Kein Fortschritt: Nach 90 Tagen gibt es keine messbare Verbesserung und keine klare Erklärung.
  • Kennzahlen passen nicht: Sie berichten über Klicks und Impressionen, während dich CPA und Umsatz interessieren.

So machst du die Partnerschaft erfolgreich

Die Agenturen, die bei Google Ads die besten Ergebnisse liefern, haben Kunden, die aktive Partner sind, nicht passive Scheckhefthalter. Deine Rolle:

  1. Liefere Geschäftskontext: Teile Verkaufsdaten, Margeninformationen und strategische Prioritäten.
  2. Gib zeitnah Feedback: Prüfe und genehmige Änderungen zügig.
  3. Teile Daten zur Lead-Qualität: Sag der Agentur, welche Leads zu Kunden werden.
  4. Sei ehrlich über Ergebnisse: Wenn Conversions nicht zu Umsatz werden, sag es.
  5. Setze realistische Erwartungen: Gib dem 90-Tage-Plan Zeit zu wirken.

Für ein tieferes Verständnis darüber, was du im Google-Ads-Audit prüfen und überwachen solltest, lies unsere ausführliche Checkliste.


Du suchst eine Google-Ads-Agentur, die diesem strukturierten Ansatz folgt? Wir starten jede Zusammenarbeit mit einem gründlichen Audit und einem klaren 90-Tage-Plan. Nimm Kontakt auf, um über dein Konto zu sprechen.

Quellen

  1. Allgemeines Branchenwissen und direkte Plattformerfahrung
  2. Google Ads Hilfe – Best Practices für die Kontobetreuung
47 points
Kostenloser Download

Google Ads Audit-Checkliste

Die Checkliste, die wir selbst für Google-Ads-Audits nutzen. 47 Punkte zu Account-Struktur, Tracking, Bidding und Creatives.

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